Vergüten

Unter Vergüten versteht man eine Kombination von Härten mit anschließendem Anlassen im oberen möglichen Temperaturbereich < AC1, zum Erzielen guter Festigkeit bei gegebener Zugfestigkeit.
Bei diesem Wärmebehandlungsverfahren werden einem Werkstoff Eigenschaftskombinationen (Härte und Festigkeit) verliehen, die gezielt in Grenzen veränderbar sind.
Das Härten eines härtbaren Stahles findet im allgemeinen bei Temperatur > 750°C mit anschließender Abschreckung statt. Bei dieser Wärmebehandlung wird ein martensitisches Gefüge erzeugt. Darauf folgt ein Anlassen bei einer für den Anwendungsbereich sinnvollen Temperatur. Die Aufhärtbarkeit (Härteansprung) hängt weitestgehend von dem Kohlenstoffgehalt des Stahles ab.
Die Einhärtbarkeit (Durchhärtevermögen) ist jedoch von der Menge der Legierungsbestandteile abhängig. Hierdurch ergibt sich, dass ein unlegierter Stahl (je nach Werkstückdicke) am Rand eine höhere Härte als im Kern aufweist.


Weichglühen

Sinn und Zweck des Weichglühens besteht darin, einen Stahl in einen möglichst weichen Zustand zu überführen. Zweckmäßig ist dies z.B. für die spanabhebende Bearbeitung von Stählen mit einem C-Gehalt von >0,4% . Bei Stählen mit geringerem C-Gehalt besteht allerdings die Gefahr des "Schmierens". In dem Fall ist ein Grobkornglühen vorzuziehen.
Des weiteren erzeugt dieses Verfahren (besonders bei Stählen mit einem C-Gehalt >0,8%) ein bestmögliches Ausgangsgefüge für eine anschließende Härtung.